Der Tag vergeht,

und leise kommt die Nacht,
ein jeder geht nach Haus;
ein jeder legt sein Werkzeug hin und sagt ganz leis: „Gut Nacht“

Gute Nacht lieber Opa Alfred,

die letzten Wochen haben wir dir gewünscht, dass du endlich einschlafen darfst – und dann hast du es wie zu Lebzeiten gemacht und bist ganz leise eingeschlafen.

Endlich, denn die vielen Rückschläge haben an dir gezehrt und die Person, die da in deinem Krankenbett lag, war nicht mehr der Opa Alfred den wir alle kannten.

Kein Mann vieler Worte, lieber im Hintergrund zugange und dafür immer gerne eine Schale Kekse in der Nähe….

Selbst mit Süßigkeiten, konnten wir dir keine Freude mehr machen und so wünsche ich dir da oben im Himmel eine allzeit gefüllte Keksschüssel…….

Machs gut, lieber Opa…schön das du da warst!!!

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….immer das letzte Wort….

Wir müssen uns von einem Freund verabschieden.

Ein Bekannter von mir – einer der engsten Freunde von Andreas.
Daniel – ein Punker. Genauso habe ich ihn kennengelernt und natürlich gleich meine Meinung gebildet.

Daniel – der Punker, der optisch so gar nicht in ein Pflegeheim passt.

Daniel – der Punker, der nichts in der Birne hat.

Daniel – der Punker, der außer saufen wahrscheinlich keine Hobbys hat

Daniel – der Punker, der sich niemals anpassen wird

Nach den vielen Jahren gemeinsam mit dem Spillie-Papa im Heim, weiss ich, dass es wohl schwierig sein wird, eine Kraft zu finden, die sich mit soviel Herzblut und Fachwissen um die Belange, Sorgen und Nöte der Patienten kümmern wird. Nicht umsonst hat er eine Position im Heim erarbeitet, die er eigtentlich gar nicht so richtig haben wollte, aber trotzem der Beste dafür war. Den Spagat zwischen MDK-Listen, Protokollen und der wirklichen Pflege war kein Problem für ihn.

Vorbei

Nachdem ich 5 min mit Daniel gesprochen habe, wusste ich definitiv, er hat mehr in der Birne als manch einer, der sich für besonders schlau hält. In den folgenden Jahren haben sich auf Feiern, legendäre Gesprächsduelle mit dem Spillie-Papa ergeben über Themen, bei denen ich schon nach 10 Sekunden abgeschaltet habe. „Der Urknall“ zum Beispiel oder was verbirgt sich hinter schwarzen Löchern….klein beigegeben hat keiner von Beiden, aber so richtig ausdiskutiert waren die Themen niemals. Irgendwann kamen sie immer wieder auf den Tisch…….

Vorbei

„Lauf und Sauf“ ist tatsächlich ein Hobby gewesen. Gemeinsam mit dem Spillie-Papa, Antje und Ursel wurde durch den Harz gewandert und das eine oder andere Bier geschnasselt und auch die eine oder andere Party mit ihm waren legendär. Noch niemals habe ich gesehen, dass ein Mensch gleichzeitig nach rechts und links schauen kann.
Lauf und Sauf hat sich allerdings gebildet, aus ausgiebigen Wanderungen durch den Wald. Daniel der Punker – war mein Held in der Pilzsuche. Dem Spillie-Papa hat er die Pilzsuche nähergebracht und das Bärlauch suchen, Waldmeister und eigentlich alles Essbare aus dem Wald.

Daniel, war Tierfreund. Und so wie er es immer gemacht hat, hat er auch das 100%tig gemacht und war Vegetarier. Ohne ihn würden wir keine Tofu-Burger kennen oder sein super leckeren selbstmarinierten Pangasius. HALLO?! Welcher 130 kg Punker legt für eine Überaschungsgrillparty Pangasius in Tupperdosen ein?!

Vorbei

So ganz manchmal konnte er auch ein Arschloch sein. Muss man manchmal auch und wenn er der Meinung war, das es nötig war, war er eins. Niemals zu mir! Manchmal zum Spillie-Papa und Leute, die ihn vorverurteilt haben, hat er ganz schnell ganz doll auflaufen lassen. Daniel in Anzug und Krawatte?! NIEMALS Daniel in  T-Shirt, schwarzer Hose und Springerstiefel?! IMMER (ausser bei der Arbeit). Daniel, der in meiner Schwangerschaft Pläne gemacht und dem Spillie-Papa offenbart hat, wie man kleine Kinder am Besten nach Holland verkauft war auch der Daniel, der am Teich extra ein Boot mit angeschleppt hat, in dem die Kinder fahren durften. Er konnte zwar nicht viel mit denen anfangen-das haben sie aber niemals gemerkt.Förmliche Etikette war nicht so seins – aber Anstand schon. Seine Musik hat mich an den Rand des Wahnsinns getrieben – aber das hat ihn nicht gestört.

Angepasst war er nicht – der Daniel. Das sollte er auch gar nicht sein.
Provokant war er – der Daniel. Das konnte anstrengend sein.
Stur war er – der Daniel. Auf andere gehört hat er niemals.

Und nun hat er sich einfach so aus dem Staub gemacht und wir können es alle nicht fassen und fragen uns einfach nur nach dem warum.
Aber es ist typisch, er hat natürlich das letzte Wort behalten und sitzt jetzt da oben auf seiner Schei..-Wolke ,lacht sich eins ins Fäustchen und diskutiert mit dem lieben Gott über den Sinn des Lebens.

In diesem Sinne:

Machs gut, Du Arsch!

Wir hätten Dir bewiesen, dass Wasser tatsächlich blau ist!!

Misch den Laden da oben richtig auf – aber hier fehlst Du!