Da sitze ich heute so bei der Arbeit rum (wie sich das anhört), denke an nichts Böses, da schmeisst ein ungeschickter linkshändiger Kunde mein Equipment vom Schreibtisch und wie ich meinen Krempel so einräume, fällt mir plötzlich ein, dass heute eine Dame von der Frühförderung für Finn in den Kindergarten kommt.
Wegen dieser Rechts/Linksunsicherheit…
Nochmal zur Erinnerung: Bei der letzen U hat die Kinderärztin gemeint, dass der Finn noch zu krakelig malt, z.B. kann er auch kein Dreieck nachmalen. Einfach weil er mal mit der rechten und mal mit der linken Hand den Stift greift. Mit fünf Jahren sollte sich das aber schon im Hirn gefestigt haben, damit es später in der Schule keine Probleme gibt. Im Rahmen der Schulförderung wird dann eine entsprechende Frühförderung vom Landkreis gezahlt, die in den Kindergarten kommt und auch nach Hause.
Soweit so gut!
Heute war also dieser Termin. Finn war eine Stunde bei der guten Frau , danach war eine Erzieherin bei der Dame und danach durfte ich rein. Ich war auch nochmal eine gute Stunde drin.
D A N A C H hab ich nochmal mit der Leiterin des Kindergartens gesprochen, eine wirklich tolle Frau, die ihren Job und ihre Kinder wirklich liebt und auch verunsicherte Mütter wie mich, mit den richtigen aber wahren Worten wieder auf den rechten Weg lenkt!
Ich berichte einfach mal:
(Als ich den Spillie-Papa daheim, von dem Gespräch erzählt habe, konnte er ein Grinsen sich nicht verkneifen, weil ich einige unschöne Wörter im Zusammenhang mit der Dame verwendet habe; „Niemand motzt an Mama´s Finn rum)
Die Dame, die ein äußerst selbstbewusstest Auftreten hatte und mich schonmal kirre gemacht hat, als sie darauf bestanden hat, dass Finn und Amai für das nächstes Jahr MUSSkinder für die Schule sind (obwohl ich ihr sagte, dass das lt. Schulamt nicht stimmt UND eine etwas säuerliche Erzieherin, ihr ein Merkblatt reingereicht hat, mit den Zeiten wann welche Jahrgänge eingeschult werden).
Irgendwann war es mit einfach zu doof und ich hab gesagt, „Nun lassen sie uns doch mal vom besten Fall ausgehen, dass Finn und Amai noch zwei Jahre Kindergarten haben“…DAS war aber nicht konform mit der Meinung dieser Dame. „Sie wissen, dass die beiden dann mit SIEBEN eingeschult werden?!“
Ja natürlich – und wir möchten auch das die 2 erst mit sieben eingeschult werden. Der Trend, der von unserer Kiga-Leiterin beklagt wird, dass die Eltern plötzlich ihre Kinder mit FÜNF einschulen, wird von den SPillie-Eltern nicht unterstützt. Wir sind der Meinung, dass die Schule hart genug ist und die 2 spielen sollen so lange die können.
Dann endlich konnten die Dame mir erzählen, was sie für Übungen mit Finn gemacht hat und ich muss sagen: Das er krakelig malt – wissen wir selber. Das er eine logische Reihenfolge (die ich kaum erfasst habe) nicht begriffen hat – finde ich nicht schlimm. Er hat im Grunde alle Aufgaben gelöst – aber trotzdem hatte sie an allem was zu nölen.
Sie hat mir alle Übungen gezeigt. Das fand ich sehr positiv. Zum Beispiel gab es eine Art Puzzel. Janoschbilder (die er nicht kennt, weil ich Janosch nicht soooo dolle finde, bis auf ein zwei Bilder) Da war ein Bild in vier Einzelteile zerlegt und die musste er zusammenlegen. Den Bären hat er geschafft und den Frosch und auch die Tigerente – dann sollte er ein Bild mit Haus und Garten zusammenlegen. Da hat der Finn dann den linken Bereich gelegt (Haus komplett), den rechten Teil konnte er nicht richtig erkennen und hat es nicht geschafft. (Himmel und Teich – war auch nicht einfach)
…und so ging das immer weiter. Im Grunde hat er alles gelöst – bis auf kleine Macken.
Er musste mit Karten spielen „Ich packe meinen Koffer“. Da kam es wohl darauf an, das a) er drei Quatschsachen erkennt, die man nicht in einen Koffer packt und b) immer vor jeden neuen Gegenstand sagt..Ich packe in meinen Koffer. Da hat er wohl zweimal (von achtmal) gesagt „Ich packe in den Eimer…“
Die Quatschsachen hat er gleich erkannt.
Dann hat er einen Zettel bekommen auf dem vier Kästchen vorgezeichnet waren. In dem ersten Kästchen war ein Strich von rechts nach link, in dem zweiten von oben nach unten, im dritten ein schräger Strich und in den vierten ein Kreuz.
SO – da legt sie mir das hin und sagt, „Wenn ich meine Schablone auflegen würde, wäre der Finn bei allen Übungen durchgefallen!“
…und warum???? Weil er den Querstrick z.B. durchgezogen hat und keinen Abstand zum Kästchen gelassen hat. Oder weil er die Strich von unten nach oben gemalt hat und nicht von oben nach unten!!!
HALLO?! Er ist gerade erst 5 geworden!!!! Er soll noch nicht in die Schule!!!
Achso und dann hatte sie noch zu bemängeln, dass er über dem I-Punkt einen kleinen Kreis macht und keinen Punkt. OK, das macht er mir nach. Es gibt sicherlich gute Gründe,warum er das nicht machen soll. Jedoch finde ich es nicht so schlimm, dass man das mit einer Grabesstimme der Mutter mitteilen muss.
Bis hierin hatte der Spillie-Papa übrigens dieses gewisse Grinsen, dieses „Tse Tse Tse M Ü T T E R“-Grinsen.
Bis ich ihm erzählte, dass Finn motorische Probleme hat! Er kann nicht auf einem Bein stehen (HAHAHA), er fängt den Ball nicht richtig (HAHAHA) und er hat einfach Probleme mit der Bewegung!
Damit hatte sie die Symphatie beim Spillie-Papa verloren.
Finn ist ein Sportler! Er klettert auf Bäume und springt überall runter. Er rennt schnell und sicher und ist ein Powerpaket schlechthin. Auch die Erzieherinnen haben das bestätigt.
So! Und nun?
Die gute Dame hat einen schweren Stand. Niemand hört gerne, was sein perfektes einzigartiges Kind für Mankos hat. Am Mittwoch in drei Wochen müssen wir den Finn nochmal der Amtsärztin vorstellen.
Die Dame will anregen, dass der Finn diese Frühförderung bekommt um a) die Links/Rechtsschwäche auszugleichen und b) seine Verträumtheit zu knacken. Damit kann ich leben. Damit kann ich sogar sehr gut leben, weil ich als Kind ähnlich war. Heute noch habe ich Probleme mich zu konzentrieren und mache Flüchtigkeitsfehler und hoffe, dass Finn einfach viel davon mitnimmt und leichter durch die Schule geht und auch durch Leben geht als ich.
ABER ich lasse meinen Finn nicht als Grobmotoriker darstellen, der schwere Defizite hat. Die hat er nicht.
Er ist FÜNF!
Er ist ein Kindergartenkind!
Er ist mein Mausebär….
(und vielleicht lösche ich morgen diesen Eintrag, weil ich vielleicht ein klitzekleines bisschen überspitzt reagiere – ich schlaf erstmal drüber, aber ich habs mir von der Seele geschrieben)
die Spillie-Mama