Da hat sie uns ja gelinkt unsere Mama – von wegen schönen Nachmittag unter acht Augen.
Aufräumen war angesagt und das ist doof!
Nach dem Kindergarten wollte sich der Finn verabreden. Mit Sixten! Die ganze Woche schon hatte das mit dem Verabreden nicht geklappt weil „mein liebster Freund von allen“ Kumpel Alexander seit heute Richtung Kiev unterwegs ist und er einfach keine Zeit mehr hatte zum spielen.
Gestern gab es schon kurzfristig heisse Tränen, „weil er Alex bestimmt nicht wieder kommt“ – doch!! Tut er!! Er besucht ja nur Oma und Opa, aber das wollte der Finn nicht richtig glauben.
Amai war ja die ganze Woche irgendwie auf Achse und deshalb war Finn natürlich traurig, dass Mama gesagt hat, das s sie heute mal Klar Schiff in der Wohnung machen will, sie war nämlich auch die ganze Woche lang unterwegs und ist irgendwie zu nichts gekommen
!
Irgendwie ist sie dann aber wieder in diesen Putzwahn verfallen und nachdem Bad und Küche geschrubbt waren – waren wir fällig. 
Oft räumen wir ja alleine auf. Das machen wir wirklich – bei uns geht es auch schneller als bei Mama. Aber Schnelligkeit zahlt sich nicht aus, und wenn sie dann so drauf ist wie heute, rächt sich eben jene Schnelligkeit.
Bewaffnet mit einer Plastiktüte und Staubtuch ist sie plötzlich und unerwartet wie ein Racheengel in der Tür erschienen und hat in diesem gaaaanz gefährlichen Ton verkündet:
AUF RÄU MEN
Wir haben sie nicht kommen hören, sonst hätten wir die Flucht ergriffen und so blieb nur die Flucht nach VORN
Es fing auch ziemlich gut an und wir uns tatsächlich von einem kaputten Ponyhelm, einem undefinierbaren Plastikteil und einem kaputten Auto getrennt. Mit Blut und Schweiss und Tränen mussten wir allerdings des Rest von unserem „nur eine bisschen kaputtem Spielzeug“ verteidigen.
(Da hat sie schon aufgehört zu lächeln unsere Mama)
Wir haben ja dieses tolle Trofast-System von IKEA und auf den Sortierkisten haben wir Fotos kleben WAS da genau reinkommt.
Wenn Finn dann aber bei jedem Teil fragt, wo es hinkommt und Mama schon leicht verknautscht zurückfragt „Wohin wohl“ und er dann die Schultern zuckt, kann man die Gewitterwolken sehen, die sich im Kinderzimmer zusammenbrauen. Wir hatten eine Menge Teile, wo sich das abgespielt hat.
Während wir also so vor uns hin geräumt haben, hat Mama dann die Gegenstücke der Socken entdeckt, die sie gerade letzte Woche als Einzelstücke verurteilt und entsorgt hat.
Schlüppis und Unterhemden hinter die Bücher zu schieben findet sie auch doof und das ein Milchbrötchen von vorhin unter dem Autoteppich klitzeklein zerbröselt werden kann, wusste sie wohl auch schon.
Milchbrötchen sind die nächste Zeit erstmal gestrichen für uns – das nur so Nebenbei.
Wenn man das Kinderzimmer aufräumt findet man Spielzeug plötzlich wieder das DRINGEND bespielt werden muss. Es könnte ja kaputt sein zum Beispiel.
Mama hat da ÜBERHAUPT kein Verständnis für gehabt, als wir gespielt haben und sie aufgeräumt hat und dann ging diese Meckerei wieder los. Puh – das ist kein Segen, wenn sie so drauf ist.
Zum Glück ist irgendwann der Papa heimgekommen und hat die Lage etwas entschärft. Er hat zwar ins gleiche Horn geblasen wie Mama, aber zu viert lässt es sich doch prima aufräumen.
WIR sind dann erstmal aus der Schusslinie gegangen und haben Oma Brigitte besucht und Mama Lieblingssalat (Gurkensalat scharf/sauer) gemacht und Mama ist ne halbe Stunde aufs Laufband gesprungen, um sich abzureagieren.
Hat auch prima geklappt – und so haben wir uns auf neutralem Boden wieder getroffen.
Mama hat gesagt, das Gute, das wir heute aufgeräumt haben, ist —-das wir morgen nach dem Einkaufen gleich ins Wochenende starten können.
In diesem Sinne: Euch allen einen prima Wochenendanfang!!
Eure Spillie-Zwillies,
in einem fast sterilem Zimmer